Josephine, 39, Co-Founderin Bordercrossies

„Es ist ungerecht, mehr zu haben als andere.“ Wie mich dieser Glaubenssatz noch heute beeinflusst und wie es zur Gründung von Bordercrossies kam, erzähle ich hier.
Geldgeschichten Josephine

„Wir haben von der Hand in den Mund gelebt“, so beschreibt meine Mutter die Zeit als meine drei Geschwister und ich aufgewachsen sind. In einem kleinen badischen Dorf, in einem nicht ganz so kleinen Haus, das finanziert und abbezahlt werden musste. Mit einem Arbeitspensum von insgesamt 150% und, BAföG sei Dank, haben es meine Eltern irgendwie geschafft allen vier Kindern ein Studium zu ermöglichen. Gespart wurde dabei im Hause Obermann eigentlich nie. „Wie auch!?“ würden meine Eltern sicherlich nicht unberechtigt fragen.

Vorgelebt haben uns unsere Eltern vor allem eines: soziales Engagement. Beide waren in verschiedenen Vereinen ehrenamtlich tätig und sehr engagiert in der Kirchengemeinde. Die christlichen Grundwerte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Toleranz wurden nicht nur gepredigt, sondern wirklich gelebt. Irgendwie war fast immer jemand zu Besuch, hat jemand bei uns eine Zeitlang gewohnt oder spontan mit und bei uns gegessen. Dieses Wertegerüst hat mich in vielerlei Hinsicht positiv geprägt. Auswirkungen hatte es, wie ich heute weiß, auch auf meinen Umgang mit Geld. Als ich angefangen habe, mich wirklich intensiv mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen, habe ich auch meine Glaubenssätze zu Geld analysiert und hinterfragt.

„Es ist ungerecht, mehr zu haben als andere“
„Wenn ich mehr Geld habe, hat jemand anderes weniger“
„Es gibt Wichtigeres als Geld“
„Geld verdirbt den Charakter.“

Genau diese Glaubenssätze haben dafür gesorgt, dass ich selbst noch nie eine Gehaltsverhandlung geführt habe und mich immer dankbar mit dem zufrieden gab, was man mir bot. Glücklicherweise hat das immer gereicht und so bestand auch kein Grund für mich diese unangenehme Hürde zu nehmen. Ein Fehler wie ich heute finde.
Nichtdestotrotz ist der Glaubenssatz „Es ist ungerecht, mehr zu haben als andere“ so tief in mir verankert, dass ich ihn weiterhin als „richtig“ empfinde. Je länger ich mich mit den Themen Geld, Finanzen und meinen zugehörigen Glaubenssätzen beschäftige, desto positiver wirken sich diese aber auf mich und mein Empfinden aus. Mittlerweile stelle ich mir immer wieder die Frage: wen kann ich unterstützen, wenn ich mehr Geld habe? Regelmäßiges Spenden und Ausgaben für andere helfen mir dabei diese Frage, für mich stimmig, zu beantworten. Und ich weiß auch: Geld ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben. Einfluss auf meinen Charakter wird es aber nie haben.

Auf etwas Bestimmtes zu sparen fiel mir nie schwer. So lange es etwas war, was ich mir guten Gewissens gegönnt habe, so z.B. das nötige Eigenkapital für ein Eigenheim oder meine Altersvorsorge. Dabei habe ich mich von einem Provisionsberater von Produkten überzeugen lassen, die in meiner Situation als Grenzgängerin alles andere als sinnvoll waren. Der Verkauf dieser Produkte war ethisch sicherlich fragwürdig. Und doch war es mein eigenes Verschulden, meine Naivität, meine Unwissenheit und meine Gutgläubigkeit, die mir hier finanzielle Verluste bescherten. Kein schönes Gefühl. Aber es geht ja um mich, meine eigene Zukunft und meine Vorsorge – Aussitzen war und ist also keine Option! Was also tun? Die Suche nach einer unabhängigen Honorarberatung für Grenzgängerinnen, zu den Themen die mich beschäftigten, war erfolglos. Es blieb nur die Möglichkeit es wirklich selbst in die Hand zu nehmen. Und das habe ich getan. Nebenbei habe ich alle um mich herum mit dem Thema angesteckt und gemerkt, dass ich nicht die Einzige bin, die hier Bedarf hat. Und so kam es zur Gründung von Bordercrossies.

In Anna eine Freundin und Geschäftspartnerin zu finden, die das gleiche Wertegerüst vertritt wie ich, dabei aber von ihrer Arbeits- und Denkweise kaum unterschiedlicher sein könnte, war pures Glück. Zusammen gehen wir nun den Weg in unsere eigene finanzielle Zufriedenheit und haben dabei das Ziel, so viele andere Menschen wie nur irgendwie möglich mitzunehmen.

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